Lesetipps > 
22.11.2017 : 23:19 : +0100

Literatur

Wir wollen an dieser Stelle Literatur zum Thema Mongolei vorstellen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Literatur, die in deutscher Sprache verfügbar ist. In vielen Fällen handelt es dabei um Literatur, die nur noch antiquarisch zu beschaffen ist. Wir wollen die Besucher unserer Seite auf diese Literatur neugierig machen und wünschen viel Lesevergnügen.

 

"Fluchtliteratur"

Ein Motiv mehrerer Bücher zur Mongolei ist das Thema der Flucht: Es ist die Flucht im ersten Weltkrieg und danach aus Russland in Richtung China oder Indien oder auch die FLucht aus sibirischer Gefangenschaft nach dem zweiten Weltkrieg nach Indien. Es ist dem Verfasser ein Fall bekannt, dass ein Soldat aus dem ersten Weltkrieg aus russischerr Kriegsgefangenschaft in Irkutsk geflohen ist, in der Mongolei den Häschern von ungern-Sternberg in die Hände fiel und in die Truppe gepresst wurde. Er konnte auch diesem entkommen, um über Schanghai wieder nach Frakfurt am Main zu gelangen (wo er begeisterten Wandervögeln von seinen Abenteuern erzählte). In gewisser Weise gehört auch das Buch von Albert Steffen zu dieser Kategorie der "Fluchtliteratur". Das wichtigste Buch für die Kenntnis der Mongolei Anfang der 20er Jahre ist aber das literarisch aufbereitete Tagebuch von Josef Geleta:

  • Ladislaus Forbath: Die Neue Mongolei. Nach Joseph Geleta's Tagebuch

Doch während dieses Tagebuch die ungewollte Beteiligung des Ingenieurs Joseph Geleta am Aufbau der Infrastruktur in der Mongolei in den 20er Jahren beschreibt, beschreiben die meisten anderen Bücher dieser Art lediglich die mehr oder weniger heldenhaft verbrämte Flucht deutscher Kriegsgefangener aus der Internierung nach dem ersten oder zweiten Weltkrieg. Dies ist zwar eine historische Tatsache, hat aber in Bezug auf die Mongolei keinen Erkenntniswert:

  • Opens internal link in current windowHans Eduard Dettmann: Flucht quer durch Asien, Schneider-Verlag. Das Buch schildert die FLucht zweier deutscher Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg aus Sibirien bis nach Indien. Dass Dettmann nie im Leben die nördliche Mongolei gesehen hat, wird u.a. daran deutlich, dass er die Landschaft gleich hinter der Grenze im Norden als sandige, wasserlose Wüste beschreibt, während die Mongolei dort grün, wasserreich und keineswegs sandig ist.
  • Opens internal link in current windowVelter, Joseph: Flucht durch die Gobi. Velters Buch ist reine Tritbrettfahrerei. Es erschien 1951, ein Jahr nach Mühlenwegs "In Geheimer Mission durch die Wüste Gobi". Wesentliche Teile sind schlicht abgekupfert. Peinlich.

Was wir nicht empfehlen können

Es gibt eine Reihe von Büchern zum Thema Mongolei, die wir nicht empfehlen können. Wir führen sie hier trotzdem an, weil sie u.a. für die Frage, wie die Mongolei in Europa rezipiert worden ist, von Interese sind.