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22.11.2017 : 23:24 : +0100

Fritz Mühlenweg

"In Geheimer Mission durch die Wüste Gobi" ist der Klassiker der Jugendliteratur zur Mongolei schlechthin. Das Buch ist eine Droge wie nur wenige Bücher zum Thema, für junge und alte Mongoleiliebhaber. Der Autor Fritz Mühlenweg war insgesamt dreimal in der Mongolei; zuerst als Buchhalter der Hedin-Expedition 1928, später noch zweimal, auch zur Rückführung eines deutschen Meteorologen vom Edsin Gol.

Unter den europäischen Teilnehmern der Expedition war Opens internal link in current windowMühlenweg einer der ganz wenigen, der sich für die mongolischen Begleiter interessiert, der deren Sprache lernte (das Wortverzeichnis am Ende des Buches wird auch heute noch in der Mongolei verstanden) und der ihre Lage in der allmählicjh von Chinesen bevölkerten Steppe zur Kenntnis nahm.

Vor diesem Hintergrund ist die abenteuerliche Reise der beiden Jungen, des Chinesen "Großer Tiger" und des Deutschen Christian (Kwi ist auf chinesisch: Der Kompaß; und schan bedeutet Berg - so z.B. der Tien-shan) eine Reise in das Leben der Mongolen am Ende einer historischen Epoche des nomadischen Leben.

Das Buch ist neu erschienen im Libelle-Verlag (www.libelle.ch) in einer sehr schön gemachten gebundenen Ausgabe. Bei dtv junior ist es billiger zu beziehen, wobei die neueste Ausgabe dort ebenfalls wieder den Originaltext der Erstausgabe enthält und die verschiedenen Verfälschungen der Jahr 1960 - 2000 nicht mehr enthält.

Seit Sommer 2012 ist im alten Bahnhof in Allensbach am B odensee, dem Heimatort von Fritz Mühlenweg, endlich ein kleines Museum eingerichtet, dessen Besuch dringend empfohlen wird.

Gudrun Pausewang hat unter ihrem richtigen Namen Gudrun Wilcke in ihrer Doktorarbeit Fritz Mühlenweg zu den zu Unrecht (fast) vergessenen Autoren guter Jugenliteratur der 50er Jahre gerechnet. Recht hat sie.