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22.11.2017 : 23:23 : +0100

Das Negdel - Viehzüchtergenossenschaften im Sozialismus

Seit 1960 war die Kollektivierung der mongolischen Viehzucht abgeschlossen. Die Negdel (mongolisch: Verein) genannten Genossenschaften waren identisch mit den Sumuud, den lokalen (Dorf-)Verwaltungsstrukturen auf dem Land.

Ende der zwanziger Jahre waren die einfachen Viehzüchter, die kurz zuvor das Vieh der enteigneten Feudalherren übereignet bekommen hatten, per Dekret in eine genossenschaftliche Organisationsform gezwungen worden - mit verheerenden Folgen: Die Viehzüchter schlachteten das Vieh oder trieben es über die Grenze in die Innere Mongolei. Das sozialistische Experiment wurde daraufhin abgebrochen und erst in den 50er Jahren wieder aufgenommen.

1990 wurden die Negdel wieder aufgelöst, der Genossenschaftsbesitz unter die Genossen mehr oder weniger gerecht oder geordnet an die Genossen verteilt.

Wir haben hier einen Text zusammengestellt, den wir dem Buch "Die Nomaden der Mongolei" entnommen haben (Goldstein, Melvyn C. / Beall, Cynthia M.:Die Nomaden Der Mongolei - Eine Hirtenkultur Zwischen Tradition und Moderne, deutsche Übersetzung, Nürnberg, 1994). Opens internal link in current windowMehr...