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31.10.2020 : 2:36 : +0100

Milchschnaps - nemel arxi

Test: Eike Seidel
Fotos: Sabine Haluszka-Seidel

Aus dem Airag, dem nur schwach alkoholhaltigen Getränk aus Stutenmilch mit etwa 1 - 2 % Alkoholgehalt, wird traditionell der Milchschnaps gebrannt, ein nach dem ersten Brand etwa 15 - 20 % starken Getränks. Die Alkoholkonzentration lässt sich durch einen zweiten und dritten Brand auf bis zu 80% steigern.

Ausgangspunkt des Brandes ist also der Airag, der im Togoo über dem Feuer erhitzt wird.

Der Airag wird erhitzt; Copyright 2002: Sabine Haluszka-Seidel

Auf den "normalen" Topf wird nun ein Destiallationsrohr möglichst luftdicht gestellt.

Copyright 2002: Sabine Haluszka-Seidel

Auf diese Röhre wird ein weiterer Togo (Topf) mit guter Isolation gesetzt, der im Laufe des Brennens mehrfach mit kaltem Wasser gefüllt wird. Durch das kalte Wasser kondensiert der aus dem unteren Topf aufsteigende Dampf und tropft in den darunter eingehängten Topf.

Copyright 2002: Sabine Haluszka-Seidel

Dreimal - so wurde uns gesagt - muss das kalte Wasse rim oberen Topf ausgetauscht werden, um den erstne Brand abzuschließen. Andiesem Punkt wird der obere Topf entfernt und das eingehängte Auffanggefaäß enthäkt den begehrten Schnaps.

Copyright 2002: Sabine Haluszka-Seidel

Doch auch der Rest des Ausgangsproduktes wird nicht weggeworfen. Sorgfältig wird der Rest verwertet: Er wird in einen Stofbeutel gegossen, wobei die festen Inhaltsstoffe im Beutel verbleiben.

Copyright 2002: Sabine Haluszka-Seidel

Während der feste Rest im Beutel zu einem Käse (Aruul) verarbeitetr wird, wird die Molke aufgefangen und findet u.a. als Haar-Pflegemittel Verwendung - ganz ähnlich, wie früher Bier in Europa als Haarfestiger verwendet wurde.

Copyright 2002: Sabine Haluszka-Seidel

Es hat immer wieder auch spezielle Brandgeräte gegeben. Dieses Foto aus den 20er Jahren zeigt ein Steigrohr mit fest angebauten Destillationshahn, aus dem permanent der Schnaps an der Seite heraustropfte. Für den mobilen Nomadenhaushalt ist aber die Speztialisierung der Produktionsmittel nur eine Belastung.

Foto: Gösta Montell