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Die Geschichte der Steppenvölker

Die Geschichte der Steppenreiche Eurasiens wird überragt vom mongolischen Weltreich, das flächenmäßig das größte Reich der Geschichte gewesen ist. Seine größte Ausdehnung erreichte es unter Dschinghis Xaans Enkel Xubilai, unter dessen Herrschaft das Riesenreich aber schon wieder zu zerfallen begann.

Doch schon vor den Mongolen gab es viele Steppenreiche. Schon vor etwa 2500 Jahren werden von den Griechen die Reitervölker der Steppen als „Skythen“ bezeichnet. Die Perser nannten diese Völker „Saken“. Belegt ist, dass diese Reitervölker von den Ländern am Schwarzen Meer (bis einschließlich Bulgarien) über die gesamte eurasische Steppe bis zum Altai gelebt haben. Im mongolischen Altai wurde 2008 in einem Kurgan, der in großer Höhe vom Eis freigegeben wurde, die Mumie eines skythischen Kriegers geborgen. Diese Reitervölker haben selbst keine schriftlichen Dokumente hinterlassen. Sie können aber aufgrund ihrer materiellen Kultur, insbesondere aufgrund ihres Schmucks und der dort aufgefunden Ornamentik, aufgrund ihrer Bestattungsriten etc. als eine einheitliche Kultur identifiziert werden. Eine Unterscheidung nach Stammesnamen ist schwer möglich, da diese Namen Fremdbenennungen durch Griechen, Römer, Persern, Indern, Chinesen etc. darstellen und immer nur eine Außensicht darstellen. Erst mit den Xiongnu gibt es eine Möglichkeit, dieses Reich als einen tatsächlichen Staat aufgrund chinesischer Quellen zu identifizieren, der über mehrere hundert Jahre eine wechselvolle, aber gut dokumentierte Geschichte hat. Ganz anders sieht es bei dem in Europa bekannten Volk der Hunnen aus, deren Herkunft nach wie vor ungeklärt ist und die wie ein Gewitter über wenige Jahrzehnte über Europa herzogen, in schriftlichen Quellen erwähnt sind, dann aber wieder im Dunkel der Geschichte verschwinden. Ob aber diese Hunnen mit den Xiong-Nu in der Mongolei verwandt sind, ist bis heute strittig.

Überhaupt: was ist „verwandt“? Allgemein wird darunter eine biologische Verwandtschaft verstanden. Einher mit dieser Verwandtschaft geht dann in den meisten Fällen eine gemeinsame Sprache und eine gemeinsame materielle Kultur sowie ein normativer Überbau. Doch bei näherer Betrachtung gilt dies für die meisten Reiche der Geschichte nicht. Beim mongolischen Weltreich gab es den normativen Überbau (der Großkhaan als der Vertreter des Himmels auf Erden mit seiner Gesetzgebung, der Yassa), aber weder eine verbindliche gemeinsame Sprache noch eine Schrift. Auch die materielle Kultur hatte erhebliche Differenzen.

Die folgende Gliederung, die wir Wikipedia entnommen haben, stellt nur einen Ausschnitt dieser Reiche, meist eher kruzfristigen Stammeskonföderationen, dar. So fehlen hier beispielsweise die Kirgisen, die etwa vom 6. – 8./9. jahrhundert eine metallverarbeitende Steppenkultur im oberen Jennisseibecken bildeten. Der Name „Kirgis“ wurde teilweise bis in die Neuzeit von Europäern für nahezu alle Steppenvölker Eurasiens benutzt, bevor sich dann der Name Kirgis auf das heutige Kirgisistan (Land der Kirgisen) reduzierte.

 

Karte des Weltreichs der Mongolen in seiner größten Ausdehnung (nach Putzgers Schulatlas; Wikipedia)
Karte des Weltreichs der Mongolen in seiner größten Ausdehnung (nach Putzgers Schulatlas; Wikipedia)

Das Weltreich der Mongolen in seiner größten Ausdehnung (nach Putzgers Schulatlas; Wikipedia)

Die Entwicklung des mongolischen Reiches

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